Ostia: die symmetrische Moderne

3. Mai 2009

rom-2009-061.jpgrom-2009-081.jpg 1927, bei seiner großen Programmrede zur Architektur, verkündete Mussolini den städtebaulichen Grundsatz des faschistischen Regimes: Raus aus den Städten!Für die Capitale Rom bedeutete dies, das während des Faschismus Orte wie das Olympiagelände oder die riesige Weltausstellung E42, das spätere EUR Gelände zu Hauptschauplätzen der römischen Architektur wurde.  Noch weiter hinaus aus der Stadt, entlang dieser faschistischen Achse, entstand zu jener Zeit in Ostia, der Gegend um den den antike Seehafen des Imperiums, eine Strandstadt. Währen die meisten Architekturen dieser Retortenstadt nach den traditionalistischen Baroquetto Konzepten des vom Regime favorisierten Architekten Marcello Piacentini entstanden - also der vereinfachten und vergröberten Wiederaufnahme der Formensprache der Barockarchitektur - gab es auch anderes: Neben der absoluten Ausnahmeerscheingung der italienschen Architektur des Rationalismus, Guiseppe Terragni, der allerdings in Rom nur planen, aber nichts bauen konnte, stritten sich zwei ebenfalls sehr begabte Architekten um die Führerschaft über die  andere Architektur in Italien: Luigi Moretti und Adalberto Libera, dessen weisse Stadtvillen am Strand hier leuchten. Ist Moretti an Eleganz unübertroffen, so gelang es dem großartigen Libera als einzigem Architekt der Moderne, moderne Architektur mit Symmetrien zu gestalten. Wer mir andere Beispiele nenne kann, bitte melden. Ich suche seit vielen Jahren danach.