Feistritz am Wechsel: die wohnliche Burg

25. September 2011

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Das Feistritztal ist Ost- West - orientiert, und hat daher - im Gegensatz zu manchen düsteren Alpentälern - ganzjährig Sonne. Hoch über dem Ort liegt malerisch die große Burg inmitten eines kleinen Parks mit Pavillons, Grotten, Kaskaden und Sandsteinplastiken, sowie einer im 19. Jahrhundert umgebauten Reitschule mit der beeindruckenden Konstruktion eines gewaltigen Dachstuhls. Der romantische Eindruck einer gut erhaltenen mittelalterlichen Feste täuscht ein bisschen: das heutige Erscheinungsbild geht auf die Umgestaltungen des biedermeierlichen Waffenhändlers und späteren Freiherrn Dietrichsberg zurück, die dort ab dem Jahr 1815 stattfanden.

Von einer Burg Feistritz wissen wir jedoch schon spätestens seit der Mitte des 12. Jahrhunderts. Sie war Teil einer Burgenkette gegen Einfälle aus dem Osten. Eine fast unendliche Kette von Besitzern -   ein Nyclo der Sachsenganger im Jahr 1366, ein Hertnit von Pottendorf zu Beginn des 15. Jhdt., der Erblandjägermeister Christian von Zinzendorf, dann der südsteirische Adelige Christoph Rabenschüssel von Schünegg. Dieser danach dessen Verwandter, der  Oberst-Landessilberkämmerer Wilhelm von Rottal im Jahr 1547, danach der niederösterreichische Landschaftsbeisitzer Carl Freiherr von Pergen und immer so weiter, bis hin zum bereits erwähnten Dietrichstein, ein Kriegsgewinnler, der sich mit nur einem Fuhrwerk in den napoleonischen Kriegen zum Multimillionär hochgearbeitet hatte. Die kulturell sehr aktive, heutige Eigentümerfamilie erwarb die Burg übrigens nach dem Krieg als Ruine, ohne jedes Mobiliar, nachdem die Russen zehn Jahre lang die Freundlichkeit hatten, dort als bekannt kultivierte Mieter ähm .. zu wohnen.

Am Tag des Denkmals konnten vor allem hölzernen Stuben in der ganzjährig bewohnten Burg besichtigt werden. Diese Stuben datieren teilweise aus der Gotik, großteils aber aus der Romantik. Wirklich schön. Wir vermuten solche Kostbarkeiten eher in Südtirol als in Niederösterreich: so kann man sich täuschen.