Schoppernau: die Mustervorsäss

5. August 2011

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Was bei uns Alm heißt , heißt in Vorarlberg Vorsäß. Über Schoppernau gibt es eine sogenannte Mustervorsäß, das heißt: Alpengefühl, ohne hinaufzugehen.

Das Haus entschädigt dann aber massiv für diese schnöde Erlebnisweltisierung. Es ist unglaubliche vierhundert Jahre alt (Baujahr etwa 1579: im selben Jahr fand der Abfall der Niederlande statt und die Männer trugen Pluderhosen) und wurde als abbruchreif abgetragen. Und ich komme oft auf Baustellen, wo die läppischen, nicht mal 25 Jahre alten Aluminiumfenster als unerträglich alt rausgerissen werden.

Die Vorsäß jedenfalls ist aus Holz, und lebt daher weiter und weiter. Sie wurde einfach nach dem Abbau von verständigen Menschen neu aufgestellt. Typisch ist der Schopf, eine offene Veranda. Drinnen gibt es eine feine Einrichtung aus alten Stücken, darunter Beispiele der großartigen Vorarlberger Stickkunst und drumherum ein sehr netter Kräutergarten.

Schoppernau: das hölzerne Schlösschen

4. August 2011

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Die Villa Maund, versteckt auf einem heute zugewachsenem Waldklapf über Schoppernau, ist eine jener architektonischen Kleinode, die besser immer unentdeckt geblieben wären. Zuviele romantische Begebenheiten verbinden sich mit diesem Haus, das ein schrulliger ,englischer Adeliger, der etwas zwielichte Bankier und Alpinist Sir John Oakley Maund im Jahr 1895 errichtet hat. Um die Exotik dieses komplett in Holz errichteten und bis heute vollständig eingerichteten Waldschlösschens zu verstehen, muß man sich klar machen, dass - von England aus - Indien im Jahr 1895 um ein vielfaches einfacher - und vielleicht auch schneller - zu erreichen war, als der weitgehend wegelose, im wahrsten Sinne hinterwäldlerische Bregenzer Wald. Trotzdem: die Exzentrik schaffte sich ihren Raum: und was für einen Raum!

Der Architekt des Anwesens war - vielleicht - William Morris, der zuvor für Oakley Maund zwei ähnliche Häuser in der Schweiz gebaut hatte. Baumeister, Zimmermeister, Tischlermeister für Bau und Interior waren aber allesamt Bregenzerwälder Handwerker.

Sir John Oakley Maund konnte sein exzentrisches Domizil nur relativ kurz geniessen. Er wurde im Jahr 1902 romantisch ermordet, in Italien, in einer Seitengase, von einem verschmähten Liebhaber, wie man sagte, erschlagen mit einem Sandsack. Was sich ab da und bis heute auf diesem versteckt gelegenen und weitgehend nur zu Fuß (oder heute: per Hubschrauber) erreichbaren Holzhaus erreignete, gehört in das Reich der Spekulation und Mythen. Der deutsche Kronprinz nutzte die Villa des öfteren als Jagdhaus, von hohen Nazis wurde gemunkelt, die dort bei Kriegsende Schätze vergrabend gesehen wurden. Zwischen 1995 bis 2007 lebte der Vorarlberger Künstler und Aktionist Paul Renner in der Villa Maund. Er ließ die alten Traditionen wieder aufheben. Und wieder munkelte man von nächtlichen Gelagen in der Villa, mit illustren, internationalen Gästen wie Ferran Adria, Günter Brus, Zaha Hadid, Daniel Spoerri oder Eckart Witzigmann, nebst Entouragen.

Der heutige, rührige Pächter ist ein Wirt im Ort unten, und er versucht, das inzwischen recht klapprig gewordene Kleinod mit Leben - sprich mit schnöden Touristen - zu füllen.  Der mythische Ort, der früher exzentrische Adelige, deutsche Kronprinzen, Nazibonzen und persische Stararchitektinnen beherbergte, ist in einer Art realen Wirklichkeit angekommen. Die Villa Maund ist tot, gestorben in Schönheit.


Schoppernau: von Mellau bis gen Schoppernau

3. August 2011

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“Vo Mello bis ge Schoppornou bean i gloufa –

d’Füaß hend mr weh tau

Weh tau – weh tau – weh tau –

d’Füaß hend mr weh tau

Weh tau – weh tau – weh tau –

d’Füaß hend mr weh tau …”

http://www.youtube.com/watch?v=wmI2m06YFfc

Weeeeeh tau – weeeeeh tau – weeeeh tauauuuu – Als ich dieses Lied zum ersten Mal in FM4 gehört habe, während einer Autofahrt, bin ich extra am Straßenrand stehen geblieben, weil ich verstehen wollte, was ich da eigentlich gerade höre. Englisch? Deutsch? Zulu? Dreieinhalb Millionen Youtube Klicks später war nicht nur mir klar, dass dieser musikalische Geniestreich aus dem Bregenzerwald kam, eine Gegend, die auch durch ihre Holzarchitektur nicht ganz unberühmt sein soll. Ein Song hat also diesmal meine Urlaubsdestination ausgesucht, und irgendwo zwischen Mellau und Schoppernau wollte ich nachspüren, was es damit auf sich hat.

Kurze Zusammenfassung: extrem geile Gegend.  Un -be - dingte Empfehlung. Alles Perfekt. Und das Lied hatte übrigens recht: d’Füaß hend mr weh tau …..

Und die berühmte Holzarchitektur des Bregenzer Waldes, das Weiterbauen, das Weiterstricken mit dem Holz? was soll man da viel sagen: groß-art-ig. Come an see…….

Schoppernau: die Holzbox

3. August 2011

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Gute Holzarchitektur in Österreich ist unweigerlich mit dem Namen Kauffmann (Architekten, Zimmerleute, Tischler, Baumeister, Holzkünstler) verbunden. Auch diese Ferienbox in Schoppernau aus Holz stammt aus Kauffmanns - Hand. Ihre Anmietung zu Urlaubszwecken kann ich übrigens - durch eigene Erfahrung gestützt - wärmstens empfehlen.

webtipp: http://www.haus-christiane.com/