Umgestaltung Streckhof Müllendorf


Umgestaltung eines Streckhofes zu einem Wohnhaus
Müllendorf   Kirchengasse

Ein schlichtes Haus wie es tausende gibt in Pannonien: fünf Meter breit, mehr als vierzig Meter lang, nicht unterkellert, dabei gekrümmt wie eine Banane. Neben dem Haus ein nur zwei Meter enger, aber mehr als vierzig Meter langer Hof, der durch die Rückseite des drei Meter hohen Nachbargebäudes gebildet wird. Am Ende des Hauses eine alte Weinlaube: danach beginnt ein zehn Meter breiter, verwilderter Garten, der scheinbar unendlich in die Tiefe führt, auf beiden Seiten vollkommen eingeschlossen durch bis zu vier Meter hohe Mauern der Nachbargebäude. Abgeschlossen wird die Anlage durch einen alten Stadel.
A house like a snake nannte der hochdekorierte australische Architekt und Architekturtheoretiker Richard Leplastier diese Hausform, die es so nur in Pannonien und in China gibt. Ein extremes Haus, das man neu so nicht bauen könnte.
Es ist auch nicht nötig, solch ein Haus zu bauen: es stehen ja tausende davon herum.

Der notwendige Umbau war radikal: aus mehreren, nur von außen begehbaren Zimmern wurde – mit Ausnahme der Schlafräume – ein einziger peripatetischer Raum, der sich wie ein träger südostasiatischer Fluss durch das ganze Haus schlängelt, wobei die letzte Raumsequenz die Küche beinhaltet, da man in der Hitze des pannonischen Sommer den kürzestmöglichen Weg zum Gartensitzplatz unter der großen Weinlaube, sucht.
Die zweite radikale Intervention betrifft die Öffnungen. Aus Kostengründen wurden all die kleinen Öffnungen, Kellerlucken etc. in ihrer Breite belassen, jedoch konsequent jedes Fenster zu einer Tür umgewandelt.
Die verstellbaren, hölzernen Lamellenläden haben vor allem energetische Gründe – sie halten das Haus im Sommer kühl, und im Winter warm, erzeugen aber auch im Sommer eine Italinanita, deren Charme sich kaum ein Besucher entziehen kann.

Mitarbeit: Wolfgang Jost
Fotos: Zoltan Papp

  • for privat
  • In/ by Müllendorf
  • year 2003
  • Teilen