EFH St. Margarethen-Berg



Einfamilienhaus St. Margarethen
St. Margarethen – Berg

Der Ruster Berg zwischen Neusiedler See und Wulkaebene ist mit seinem berühmten Römersteinbruch, den Kulturstätten und seiner einzigartigen, pannonischen Naturlandschaft so etwas wie der Monte Verita Österreichs.
In den sechziger Jahren entstand in dieser gewaltigen Landschaft eine Feriensiedlung, wobei es damals für die Einzelhäuser strenge Gestaltungsregeln gab. Ein solcher Bau auf dem Felsgrund eines alten Steinbruchs sollte abgebrochen und durch ein Passivhaus – übrigens eines der ersten Passivhäuser des Burgenlandes – ersetzt werden.
Die Eigentümer sind Kosmopoliten, Bootsbauer und Segelsportler. Sie wünschten sich ein gastfreundliches Haus ohne Prinzipien. In diesem Sinn wurden die immer noch geltenden Gestaltungsvorschriften wortwörtlich interpretiert: aus der verlangten hellen Farbe wurde ein total weißes Haus, einschließlich der Dachflächen (die so die Sommerhitze reflektieren).
Die Konstruktion des Hauses ist ebenfalls sehr ungewöhnlich: eine Stahlkonstruktion ist außen mit gedämmten, verputzten Holzriegelelementen umhüllt, die Innenräume sind wegen der notwendigen Speichermasse gemauert. Der Innenraum ist komplett offen als Einraum gestaltet, der auch immer als solcher erlebbar bleibt, hineingestellt wurden, drei Schlafzimmer mit der Gaube und die Nassbox als visuell sichtbare Elemente.
 Die Gaupe erinnert an eine Kajüte. Sie dient als oberer Wohnraum, Ausblick und Wärmeableiter, auf der Zufahrtsseite wurde sie rot bemalt, weil die Form den Bauherrn an die Flagge Japans erinnerte.
Ein Rohrnetz unter der Bodenplatte nützt die Erdwärme für kontrollierte Be- und Entlüftung.
Über die ganze Breite des Hauses ist eine vier Meter breite Terrasse vorgelagert, in die – als einzige Reminiszenz an den Vorgängerbau – der blau gestrichene, runde Zementpool aus den sechziger Jahren integriert wurde.

 

Mitarbeit: Wolfgang Jost, Helmut Fellner (+)
Fotos: Sabine Sommer

  • for privat
  • In/ by St. Margarethen
  • year 1999
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