EFH Himmelstraße Wien



Umgestaltung einer Villa

Wien  Himmelstraße

Vorhanden war ein sehr großes, langgestrecktes Wohnhaus in allerbester Wiener Lage, an das ohne jedes Konzept jahrzehntelang immer wieder neue Bauteile angefügt wurden.
Aus diesem Konglomerat der Nichtigkeiten auf einem wunderbaren, nach Norden geneigten Grundstück mit altem Baumbestand und herrlichen Ausblicken über Wien sollte ein repräsentativer Wohnsitz für eine Wiener Familie geformt werden.
Das bestehende Bauwerk wurde entkernt und im Inneren solcherart neu organisiert, das möglichst intensive Blick- und Wegebeziehungen in den Garten und in die Landschaft entstehen. Jeder Raum erhält nun Licht aus mindestens zwei verschiedenen Himmelsrichtungen. Im Erdgeschoss öffnen sich die Wohnbereiche durch eine Reihe gleicher Türen – eine Art Enfilade, die sich auch als Gliederungselement in den Innenräumen wiederholt – auf eine mächtige Terrassenlandschaft, die sich auf mehreren Ebenen über Stiegen und Plätze in den Garten hinunter entwickelt und von wo aus ebenfalls der Blick über die Stadt genossen werden kann. Im Inneren entwickelt sich der Wohnraum Richtung Garten in einen dreigeschossigen Palmenraum hinein, von dem einerseits eine Stahlstiege in die oberen, sehr großzügig verglasten Wohnbereiche führt, andererseits auch durch eine gegenläufig gedrehte, massive Stiege womit die unteren Wohn- und Wellnessbereiche erreicht werden, die – bedingt durch die Hanglage – den Kellerbereich mit dem Garten auf der unteren Ebene verbinden.
Sämtliche Wohnräume, aber auch die Terrassen sind mit großflächigen, anthrazitfarbigen spanischen Steinzeugplatten belegt.
Die West- und Nordfassade vor den Terrassen wurde als strenge Lochfassade ausgebildet, die aus St. Margarethener Sandstein neu errichte und dem bestehenden Haus vorgeschichtet wurde, um der heterogenen Bestandsbebauung eine neue Fassung zu geben.
Die straßenseitige Südfassade wurde im Gegensatz dazu so weit wie möglich geschlossen. Vor dieser Fassade wurde eine weiß gestrichene Stahlpergola als Gerüst für einen alten Weinstock errichtet, der an dieser Stelle auf die Vergangenheit von Grinzing als berühmte Weinlage verweist. In diese Pergola integriert sind großflächige, weiße Stahlelemente und Sichtbetonmauern, hinter denen sich ein giardino secreto als Übergang von der Straße in die Tiefe des Alt-Wiener Gartens verbirgt.
Nach einer fast zweijährigen Planungszeit konnte der Umbau in etwa 11 Monaten realisiert werden.

Mitarbeit: Wolfgang Jost, Helmut Fellner +
Fotos: Peter Jakadofsky

  • for privat
  • In/ by Wien
  • year 2000
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