EFH Großhöflein Magdalenenweg I



Einfamilienhaus Großhöflein
Magdalenenweg I

„Jeder Eingriff in die Landschaft ist eine Zerstörung. Wenn schon, dann zerstöre mit Verstand!“,
– ein Satz des großen Tessiner Architekten Luigi Snozzi, der besonders für die Zersiedelung durch Einfamilienhäuser gilt. Auch dieses kleine Haus, von dem durch die Weingärten ansteigenden Weg kaum sichtbar, ist ein Eingriff in die Landschaft, jedoch ein sehr behutsamer. Der Bau verletzt den Grund minimal (kein Keller), besteht aus nachwachsendem Material (vorfabrizierte Holzkonstruktion, Verputz mit regionalem Sand, Holz- und Steinböden) und ist energetisch fast autark (Niedrigenergiekonzept mit Erdwärmetauscher).
Ziel war eine ebenerdige „Wohnung im Garten“. 
Das Bauwerk besteht aus zwei Teilen: zwischen dem Wohnhaus und einem Nebengebäude entsteht ein schmaler, ganz schlichter, landestypischer Hof, der den Zugang zum Haus in einer burgenländischen Tradition – dem fortschreitenden „Privat werden“ – in Szene setzt. An beiden Enden steht ein Baum. Der Eingang erschließt eine temperaturregulierende Zone zwischen dem südlichen Wohnbereich und dem nördlichen Schlafbereich. Nach Süden ist der Bungalow ganz verglast, jedoch durch einen Dachvorsprung beschattet. Über die ganze Breite des Wohnraumes liegt auf gleicher Ebene eine Terrasse aus Akazienbohlen, die schwellenlos in den vom tieferen Weg nicht einsehbaren Garten leitet. Der Garten selbst führt bedingt durch seine Lage zwischen den Weingärten optisch ohne Trennung in die Landschaft. Der Ausblick reicht bis ins nahe Ungarn hinüber.

Text: Otto Kapfinger

Mitarbeit: Wolfgang Jost
Tragwerksplanung: Richard Woschitz
Fotos: Peter Jakadofsky, Manfred Horvath

  • In/ by Großhöflein
  • year 2000
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