Cafe Maskaron



Cafe Maskaron im Schloss Esterhazy
Eisenstadt   Esterhazyplatz

Im Jahr 2009 wiederholte sich der zweihundertste Todestag des Musikgenies Joseph Haydn, der auf das Engste mit Eisenstadt und den Fürsten Esterhazy verbunden ist. Eine Reihe von Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzertzyklen würdigte dieses für das Burgenland so elementare Ereignis. Die Esterhazy Privatstiftung etwa beauftragte im Haydnjahr den international renommierten Kurator Professor Herbert Lachmayer mit der Gestaltung der Ausstellung Haydn Explosiv im Erdgeschoß von Schloss Esterhazy, einem der Wahrzeichen Österreichs. Als ein Teil dieser Ausstellung konnten wir das Cafe Maskaron entwerfen. Damit ist es erstmals in der vielhundertjährigen Geschichte des Schlosses möglich, innerhalb der ehrwürden Mauern in einem Cafe zu sitzen. Der Name Maskaron bezieht sich auf die berühmten, barocken Groteskmasken in römischer Manier, welche die Fassaden des Schlosses überziehen. In zwei schönen, gewölbten Räumen, in denen lange Zeit Lagerräume des Weingutes Esterhazy untergebracht waren, sowie auf einer Holzplattform im Schlosshof können jetzt Besucher sitzen, Cafe oder Sekt trinken und die wunderbare Atmosphäre genießen. Die geniale, gepixelte Wandgestaltung im Inneren stammt von dem großartigen Wiener Künstler Peter Baldinger. Seine zeitgenössische Interpretation von barockem Überschwang und dem naturverbundenen Leben Joseph Haydns wird durch den in Pixelflächen aufgelösten Himmel – ein Motiv der barocken Wand- und Deckengestaltung – ausgedrückt. Zwei gigantische Wolkenlampen in den Gewölben unterstützen dieses leichte und beschwingte Gefühl. Die Einrichtung des Cafes mit seiner leuchtenden, blauen Bar ist in Schwarz/ Weiß gehalten. Diese Gemeinschaftsarbeit wurde im Jahr 2010 mit dem burgenländischen Landesarchitekturpreis ausgezeichnet. Friedrich Achleitner, der Doyen der österreichischen Architekturkritik schreibt über dieses Lokal:

„Es gibt in der Gastronomie selten Räume, die, wenn man sie mit Fachleuten betritt, diese nicht gleich zu stänkern beginnen oder ihre Witze machen. So kommt es kaum vor, dass plötzlich Stille eintritt, dass Staunen und Einverständnis herrscht, und dass langsam eine Diskussion in Gang kommt, worin das Besondere dieser Räumlichkeit steckt. Ein scheinbar klar deklarierter Raum, der aber doch seine Geheimnisse hat. So geschehen im Café Maskaron im Schloss Esterhazy in Eisenstadt. Dieses Café ist so ein bemerkenswerter Ort. Die auf sich selbst konzentrierten, raumgreifenden Tonnen, mit kräftigen, tiefen Stichkappen und wenig Außenkontakt, beherrscht eine eigenwillige Wandbemalung von Peter Baldinger mit großen, farblich wohltemperierten quadratischen Flächen (einen in „Pixelflächen aufgelösten Himmel“ als eine Erinnerung an die barocke Tradition?), aber nicht historisierend, sondern frisch, gegenwärtig, und die sphärischen Flächen und Grate als Gegensatz betonend. Ein Einklang im Kontrast. Die Einrichtung verschwindet, lediglich die zarte, weiße, federleichte Bestuhlung schwebt über dem schwarzem Boden, über dem auf zweiter Ebene, wiederum große Wolkenlampen schweben. Ein kontemplativer, kultivierter Ort zum Aufhalten, für Gespräche, ein Treff wie man ihn kaum in einer Großstadt findet.“

 

Mitarbeiter: Karl-Heinz Bergmann

Künstler: Peter Baldinger

Lichtdesign: Lukas Kaltenbäck

 

 

  • for Esterhazy
  • In/ by Eisenstadt
  • year 2009
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