Listzomania Landesmuseum Eisenstadt Haydnhaus Eisenstadt Liszthaus Raiding Kirche Unterfauenhaid



Ausstellungsgestaltung Lisztomania

Eisenstadt Raiding Unterfrauenhaid Landesmuseum Eisenstadt, Haydnhaus Eisenstadt, Liszthaus Raiding, Pfarrkirche Unterfrauenhaid

„ICH GLAUBE, DASS EIN FALSCHES KÜNSTLERBILD IM UMLAUF IST. DER KÜNSTLER MUSS SEIN LEBEN INVESTIEREN.“
Robert Rauschenberg

Franz Liszt hat sein Leben investiert und dieser Invest hat sich für ihn ausgezahlt. Er wurde einer der größten Musiker aller Zeiten. Zu seinen Lebzeiten war Liszt nicht nur einfach eine Berühmtheit, nein, er war ein Superstar, vergleichbar mit Elvis Presley oder Michael Jackson. Liszt galt auch als größter Womanizer des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 2011 jährt sich der zweihundertste Geburtstag des auf dem Boden des heutigen Burgenlandes geborenen Ausnahmekünstlers. Born to be a Superstar wurde daher zum Motto der Veranstaltungen, welche das Land Burgenland im Lisztjahr ausrichtete.
Beim stagedesign für die Ausstellungen, die an vier unterschiedlichen Orten stattfanden, suchten wir nach einer Verbindung zwischen den radikal getrennten Welten des 19. und des 21. Jahrhunderts. Das realisierte Gestaltungskonzept konfrontierte die Besucher schließlich auf unmittelbare Art und Weise mit der überragenden Größe des Superstars Franz Liszt, indem in den einzelnen Ausstellungsbereichen riesige Liszt -Starschnitte – wir nannten sie Giants  – präsentiert wurden. Diese Giants machten das Motto der Ausstellungen für jedermann sichtbar, eindeutig, ohne große Erklärungen.
Das zweite Gestaltungselement neben den Giants war die Farbe blau, die bevorzugte Farbe der Romantik, welche in Form von blauen Teppichen, enzianblauen Wandflächen und nachtblauen Samtvorhängen sehr präsent war. Das Blau sollte die Flächen der unterschiedlichen Veranstaltungsorte optisch vereinen, von ihrer Umgebung isolieren und damit eine besondere und erhabene Stimmung erzeugen. Unser drittes Gestaltungselement für die Lisztausstellungen war das Ornament. Das Zeitalter von Liszt war das Zeitalter des Ornaments, das Ornament schuf einen wesentlichen Aspekt des damaligen Lebensgefühls. Heute ist das Ornament in völlig veränderter Gestalt in den aktuellen Kunstdiskurs zurückgekehrt und repräsentiert etwas Lebendiges und Aktuelles, allerdings in anderen Zusammenhängen. Das Ornament wurde daher – so, wie es damals so gut wie in allen Interiors, in denen Liszt sich bewegte, zu finden war – in den Ausstellungen als LOGO eingesetzt. Das Ornament tauchte aber auch als kritische und ironische Paraphrase und als Gegenwartsdiskurs in den Wandflächen, Bilder und teilweise auch Vitrinen auf. Die künstlerischen Interventionen der Ausstellungen stammen von Wilfried Ploderer, das Grafikdesign stammte von Heidi Vukovits, die Lichtführung hatte Lukas Kaltenbäck inne.

Mitarbeit: Ing. Christian Pürrer, Claudia Pöll
Grafikdesign: Heidi Vukovits
Lichtdesign: Lukas Kaltenbäck
Künstlerische Interventionen: Wilfried Ploderer
Fotos: Manfred Horvath

  • for Kultur Service Burgenland
  • In/ by Eisenstadt, Raiding, Unterfrauenhaid
  • year 2010
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