Sakristei- Neubau Basilika Maria Loretto/ Loretto, Burgenland

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Die prächtige, barocke, im Jahre 1740 fertiggestellte Basilika Maria Loretto im Burgenland, ihres Zeichens die bedeutendste kroatische Wallfahrtskirche im ostösterreichischen und westungarischen Raum mit dem angegliederten ehemaligen Servitenkloster werden seit dem Jahr 1998 unter der Federführung von Klaus-Jürgen Bauer Architekten restauriert. Die Fassade der Basilika wurde bereits im Jahr 1999 fertiggestellt, grosse Teile des Klosters warten allerdings noch immer auf eine fachgerechte Wiederherstellung. In der Zwischenzeit, in einer Art Warteschleife des grossen Werkes, wurde auf der Rückseite der Basilika eine neue, zeitgenössische Sakristei für die beliebte Kirche errichtet: wohl der erste Neubau im Klosterbereich seit 264 Jahren.
Der schlichte Zubau klebt als gleichsam unsichtbarer weisser Würfel an den historischen Bauten. Das Dach ist hinter einer hochgezogenen Attika versteckt, von aussen ist nur ein einziger, vergitterter Lichtschlitz sichtbar.
Im Inneren jedoch ist alles symbolisch. Die schlichte, zeitlose Inneneinrichtung etwa ist aus 3 Zentimeter starkem, massivem Zedernholz: eine subtile Referenz an das heilige Land. Diese Massivität wurde bewusst als Symbol einer „ewigen“ Haltbarkeit gewählt. Der kleine Raum wird optisch von einem grossen Spiegel erweitert, der allerdings wiederum von einem schweren, dunkelroten, spanischen Kirchenvorhang halb verdeckt wird. Vor dem Lichtschlitz steht auf einem Sockel eine barocke Auferstehungsfigur: durch die kontrastierende Umgebung wird diese Statue zu einem zeitgenössischen Christus im Gehäuse. Für die Vorbereitung auf die Messe wurde ein hybrides Möbel entworfen, ebenfalls aus Zeder: gleichzeitig ein Sekretär, ein Tabernakel für die heiligen Öle, eine Bibliothek, ein whatnot. Davor steht eine Referenz an die Moderne: Max Bills Ulmer Hocker aus dem Jahr 1954, in Zedernholz nachgebaut.
Eine Sakristei ist zwar ein Nutzraum, jedoch ein Verinnerlichter: ein Humidor der Spiritualität in Zedernholz.

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