Aflenz: Die barocke Kirchenburg

2. Januar 2013

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Aflenz heute ist irgendwie — altmodisch. Vor hundert Jahren wurde der Ort unterhalb der Bürgeralm wohl irgendwie ein Kurort. Eine überschaubare Anzahl von netten Villen aus der Jahrhundertwende sprechen davon. Nachhaltig bedeutend ist nach wie vor das Zentrum des Ortes, ein stattlicher Ort der Macht.

Die ursprünglich slawische Siedlung - wir könnten sie uns geruhsam vorstellen - wurde nämlich ab dem 12. Jahrhundert von den beinahe militärisch organisierten Lambrechter Benediktinermönchen zu einem strategischen Zentrum des Aflenztales umgestaltet. Es wurde gesiedelt, es wurde gerodet, es wurde verwaltet, es wurde geherrscht.

Die Propstei - ein stattlicher Gebäudekomplex  - das Zündholzmodell zeigt das Ensemble - ist bis heute der Ausdruck dieser Herrschafts- und Wirtschaftsform, die nicht nur das Aflenztal durch Jahrhunderte prägte. Der Probst war dem Stift St. Lambrecht unterstellt, sonst war er wohl wie Gott im Tale. Es gibt schöne mittelalterliche und gotische Bereiche, aber das wesentliche Erscheinungsbild der Prälatur stammt vom Stiftsbaumeister Domenico Sciassia, aus dem Jahr 1660.

Der schöne Innenhof der Propstei mit seinem geheimnisvollen Heiligtum war allerdings heute versperrt, angeblich wegen Vandalismus. Gut zu wissen für die Lambrechter Mönche, das die indentierte Festung mit ihren Schießscharten jederzeit wieder aktiviert werden könnte. Man weiss ja nie ….

Aflenz: unser Weltenohr

21. Juli 2007

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Bei großer Hitze über dem Ennstal steht die Erdfunkstelle Aflenz von Architekt Gustav Peichl scheinbar völlig verlassen im grünen Klee. Man betritt ein Besucherzentrum, dort, in dem damals bewusst futuristisch gestalteten und heute wohl etwas altmodischen Ambiente gehen auf Knopfdruck - wie von Geisterhand - die Jalousien nach unten und ein Film über die Erdfunkstelle Aflenz beginnt.

Wenn jemand verstehen möchte, warum  man mit einem Handy telefonieren kann - dort ist der Ort, um es zu verstehen. Es ist übrigens nicht das Gleiche, wie zu verstehen, warum man immer und überall mit einem Handy telefonieren sollte.

Draußen, im gleissenden Sonnenlicht, sieht man nur die riesigen Teleskope, die wie Ohren via All Österreich mit der Welt verbinden. Alles Andere befindet sich geheiminisvoll unsichtbar unter der Erde. In Sichtweite, auf einer Bergspitze, befindet sich ein anderes faszinierendes, geheimnisumwittertes technisches Monument, nämlich die Luftraumüberwachung Goldhaube.