Oberwart: living in a box

4. Oktober 2012

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Kunstaktion: Leben in einem Schaufenster. Hoffentlich klopft niemand an die Fenster.

Oberwart: die alte Siedlung

4. Oktober 2012

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In Oberwart steht die einzige Südtiroler Siedlung des Burgenlandes, die einst überall für die ausgewanderten Südtiroler errichtet wurde. Heute wohnen dort wiederum Menschen mit Migrationshintergrund, sie sitzen auf Bänken vor ihren Häusern, plaudern, spielen, die Autos sind draussen, die Bäume sind groß und geben Schatten: man hätte es wahrlich schlechter treffen können …..

Oberwart: die Kunstcafes

4. Oktober 2012

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Was hier so unspektakulär aussieht - meine Güte, ein Strassencafe halt…… ist eigentlich das Produkt einer ziemlich raffinierten Kunstaktion aus dem Jahr 1996, die damals von Andreas Lehner initiiert wurde.

Die Geschichte geht so:

Damals, Ende der neunziger Jahre, wollten einige Gastronomen vor ihren Lokalen Schanigärten aufstellen. Die hohe Behörde - der Bürgermeister - lehnte dieses Ansinnen kategorisch ab, weil diese Einrichtungen den Verkehr stören würden.

Der listige Künstler und Kurator Andreas Lehner reichte also kurzerhand die gleichen Strassencafes als temporäres Kunstprojekt ein, wofür flugs eine Genehmigung erteilt wurde.

Es kam, wie es kommen musste: die Menschen liebten es sofort. Die Strassenlokale waren allabendlich voll, Leben kam auf in Oberwarts Straßen. Als das Kunstprojekt sein Ende fand, und diese temporären Kunstinstallationen wieder entfernt werden sollten, meuterten die Stadtbewohner gegen ihre Bürokraten.

Wir sehen: die Strassencafes gibt es heute noch, in ihrer alltäglichen, langweiligen, unspektakulären Form.  Die Form ist es vielleicht, die beherzte Idee dahinter sicher nicht.

Wien/ Oberwart: der Vergleich macht sie sicher

27. April 2012

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Ohne Worte.

Oberwart: die Totenschnecke

28. März 2012

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Dieses kleine Bauwerk gewann den Publikumspreis beim burgenländischen Holzbaupreis. Entwerfer der Totenkapelle ist Martin Schwarz. Die Schnecke ist durchaus ein Symbol für Tod und Auferstehung, eine alte christliche Symbolik, allerdings vielfach vergessen.

Im Hintergrund steht eine simple Naturbeobachtung, derer wir uns im Internetzeitalter wahrscheinlich umfassend und nachhaltig selbst entziehen, was schade ist. Im zeitigen Frühling findet man nämlich entlang von Hecken immer wieder scheinbar leere Schneckengehäuse, die mit einer Art Deckel verschlossen sind. Diesen Deckel fertigt die Schnecke jedes Jahr im Spätherbst an, um sich vor Frost zu schützen. Sobald die Märzsonne Wärme in ihr Versteck bringt, sprengt sie die Tür und kriecht hinaus.

Christen sahen darin eine Parallele zur Ostergeschichte: Nach einem todesähnlichen Schlaf erwacht das Tier zu neuem Leben. Der fortgerollte Grabstein vor dem Grab Christi: eine riesige Weinbergschnecke als Symbol der Auferstehung. Heute ist die Schnecke weniger als christliches Symbol bekannt, sondern als Symbol für die Langsamkeit und dann - ab dem 13. Jahrhundert  - auch für die Feigheit. Ab dem 15. Jahrhundert wandelte sich ihre Bedeutung der haustragenden Schnecke hin zu Symbolen wie Zufriedenheit, der inneren Einkehr, Selbsterkenntnis, Klugheit und Vorsicht.

In hinteren Winkeln von Kirchen tauchen Schnecken allerdings immer wieder auf, meistens dort, wo Leiden und Sterben Jesu in Szene gesetzt werden sollen. In der evangelischen Stadtkirche St. Sebald in Nürnberg etwa ruht das riesige Sebaldusgrab auf Schnecken, die so groß sind, dass Kinder darauf reiten könnten. Die Schnecke von Oberwart besetzt in dieser Tradition folgerichtig den hintersten Winkel der Stadt, nämlich die Totenkapelle auf dem Friedhof.

 

Oberwart: kontextueller Riese

10. Juni 2009

ober-1.jpgober-3.jpgober-2.jpgOberwart ist eine der hässlichsten Städte, die ich kenne und gleichzeitig ein dezitiertes Zentrum guter Architektur, nicht erst seit Raimund Abraham. Vermutlich erst der Kontrast der banalen Alltags- Allerweltsgebäude mit den überlegten Architekturen schafft diesen furchtbar - fruchtbaren Widerspruch.Neu in Oberwart ist das gewaltig große, wirklich gelungene Einkaufszentrum, das mit allen Einkaufszentren auf unserem Planeten  - was die Gestaltung betrifft - absolut gut und weit vorne liegend mithalten kann. In einer gewissen Weise ist es sogar kontextuell: die alten Oberwarter Hakenhäuser mit ihren Arkaden sind - ins Riesenhafte vergrößt - wenn man will, auch im EKZ wiederzuerkennen, die ebenfalls sehr gelungene Innengestaltung ist unique und verweist auf andere Welten.