




„Das Salzkammergut ist landschaftlich einer der schönsten Teile der Deutschen Alpen, mit lieblichen, lachenden Gegenden, freundlichen Städtchen und Schlössern, großartigen Gebirgskesseln mit dunkelgrünen Seen, tosenden Bächen, hochragenden Bergriesen, von denen sich Gletscher herabziehen.“
Meyers Konversations-Lexikon, 1888
Der Name Salz - Kammer - Gut bedeutete zunächst nichts anderes, als dass diese Region der Kammer gehörte. Gemeint ist natürlich: die kaiserliche Kammer, die Haus- und Hofkammer, die Einrichtung also, welche den Privatbesitz des Kaisers verwaltet hat.
Dieses Privileg des Privatbesitzes einer ganzen Region hatten die Habsburger seit dem Jahre 1438 inne. Die Verbindung zwischen Landschaft und Staat ist aber noch älter. Seit dem Jahr 1311 ist der Salzbergbau im Kammergut hoheitlich, übrigens ohne Unterbrechung, bis in das Jahr 1998, als die Salinen Austria schnöde verkauft wurden. Nebenbei kennzeichnen diese Zahlenräume einen siebenhundertjährigen Kampf zwischen staatlicher und kirchlicher Hoheit um den Salzhandel. Der Aufstieg der Casa Austria bedeutete übrigens gleichzeitig den Abstieg des Primus Germaniae, also des Fürsterzbischofs von Salzburg.
Bad Ischl jedenfalls entstand als architektonischer Ausnahmeort innerhalb einer bäuerlich-alpinen Welt in der heutigen Form nach den 1850er Jahren, als Erzherzogin Sophie, die Mutter von Kaiser Franz Joseph, ihrem Sohn eine Biedermeiervilla, die ein Wiener Notar über Ischl gebaut hatte, anlässlich seiner Hochzeit mit Sisi, Herzogin in Bayern schenkte.
In den folgenden Jahren wurde die Villa von Antonio Legrenzi umgebaut und erweitert, ein englischer Park wurde angelegt. Das gesamte Anwesen war erst im Jahr 1860 fertig, weil in den Sommermonaten, wenn der Kaiser zur Jagd in Ischl war, nicht gebaut wurde.
In der restlichen Zeit allerdings baute die gesamte Monarchie in und um Ischl. Zahlreiche Villen, ländliche Stadthäuser und hölzerne Pavillons prägen daher heute noch das Erscheinungsbild der Stadt. Und weil der Kaiser fast jedes Jahr in Bad Ischl am 18. August seinen Geburtstag gefeiert hat, machen das die Ischler heute noch so: mit Lederhosen und Kaiserhymne. Die kaiserliche Stimmung ist an diesem romantischen Wintertag übrigens auch zu spüren: wir fühlten uns besonders kaiserlich.
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