Bad Ischl: das Holzcafe

30. Dezember 2011

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Seit dem Jahr 2010 gibt es im Zentrum von Bad Ischl diesen kleinen Holzbau, das Cafe Johann, mit einem netten, offenen Atrium, offen zur Stadt hin. Geplant hat das nette Ding SNP Architektur.

Leider, leider - und da können die Architekten nichts dafür - ist diese kleine, nette Holzbox als Cafe unbrauchbar, weil darin - man glaubt es kaum - immer noch geraucht wird. Eine Schande für unsere Gesetzgeber, dass so etwas noch möglich ist. Und dabei hätte ich es mir doch so nett vorgestellt: ich, drinnen sitzend, Cafe trinkend, und hinausschauend in das verschneite Atrium, darin stehen sehend die bibernden, urbanen Raucher von Ischl.

Bad Ischl: der kaiserliche Ort

30. Dezember 2011

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Das Salzkammergut ist landschaftlich einer der schönsten Teile der Deutschen Alpen, mit lieblichen, lachenden Gegenden, freundlichen Städtchen und Schlössern, großartigen Gebirgskesseln mit dunkelgrünen Seen, tosenden Bächen, hochragenden Bergriesen, von denen sich Gletscher herabziehen.

Meyers Konversations-Lexikon, 1888

Der Name Salz - Kammer - Gut bedeutete zunächst nichts anderes, als dass diese Region der Kammer gehörte. Gemeint ist natürlich: die kaiserliche Kammer, die Haus- und Hofkammer, die Einrichtung also, welche den Privatbesitz des Kaisers verwaltet hat.

Dieses Privileg des Privatbesitzes einer ganzen Region hatten die Habsburger seit dem Jahre 1438 inne. Die Verbindung zwischen Landschaft und Staat ist aber noch älter. Seit dem Jahr 1311 ist der Salzbergbau im Kammergut hoheitlich, übrigens ohne Unterbrechung, bis in das Jahr 1998, als die Salinen Austria schnöde verkauft wurden. Nebenbei kennzeichnen diese Zahlenräume einen siebenhundertjährigen Kampf zwischen staatlicher und kirchlicher Hoheit um den Salzhandel. Der Aufstieg der Casa Austria bedeutete übrigens gleichzeitig den Abstieg des Primus Germaniae, also des Fürsterzbischofs von Salzburg.

Bad Ischl jedenfalls entstand als architektonischer Ausnahmeort innerhalb einer bäuerlich-alpinen Welt in der heutigen Form nach den 1850er Jahren, als Erzherzogin Sophie, die Mutter von Kaiser Franz Joseph, ihrem Sohn eine Biedermeiervilla, die ein Wiener Notar über Ischl gebaut hatte, anlässlich seiner Hochzeit mit Sisi, Herzogin in Bayern schenkte.

In den folgenden Jahren wurde die Villa von Antonio Legrenzi umgebaut und erweitert, ein englischer Park wurde angelegt. Das gesamte Anwesen war erst im Jahr 1860 fertig, weil in den Sommermonaten, wenn der Kaiser zur Jagd in Ischl war, nicht gebaut wurde.

In der restlichen Zeit allerdings baute die gesamte Monarchie in und um Ischl. Zahlreiche Villen, ländliche Stadthäuser und hölzerne Pavillons prägen daher heute noch das Erscheinungsbild der Stadt. Und weil der Kaiser fast jedes Jahr in Bad Ischl am 18. August seinen Geburtstag gefeiert hat, machen das die Ischler heute noch so: mit Lederhosen und Kaiserhymne. Die kaiserliche Stimmung ist an diesem romantischen Wintertag übrigens auch zu spüren: wir fühlten uns besonders kaiserlich.

http://www.kaiservilla.at/

Bad Ischl: die süsse Stressfabrik

28. Dezember 2011

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Wer in Bad Ischl unterwegs ist, landet irgendwann auch in der Traditionskonditorei Zauner. Dort, wo angeblich schon der Kaiser Zuckerwerk eingekauft hat, herrscht heute allerhektischtes Treiben:  wenn Konditoreien Straßen wären, dann wäre der berühmte Zauner das Autobahnkreuz Berlin am Montag Früh nach den großen Ferien.

Streeessssssss!

Wie das Ganze organisiert ist, ist wiederum sehr sehenswert. Dass die Mademoisells an diesem stressigsten aller süssen Orte nicht ununterbrochen Herzinfarkte bekommen, wundert mich. Wie das Ganze heute aussieht (das Ambiente), hätte den Kaiser sehr gekränkt, also Schwamm drüber. Wie das Ganze schmeckt, darüber stimmen die unendlich nachströmenden Gäste in diesem Verkehrsknotenpunkt der Zuckerwelt täglich aufs Neue ab: es war sehr gut, es hat uns sehr gefreut.