Kleinfrauenhaid: die Hansenkapelle
3. Oktober 2011Die katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Kleinfrauenhaid ist nicht besonderes. Sie gehörte dem Stift Lambach und wurde im Jahre 1662 über einer gotischen Gründung aus dem 13. Jahrhundert gebaut. Die Türken droschen das Bauwerk einundzwanzig Jahren nach dem Umbau wieder zusammen, zehn Jahre später wurde erneuert wiederaufgebaut.Das übliche Auf und Ab also.
Das, was diese Kirche einzigartig macht, fand allerdings hundert Jahre später statt, als im Jahr 1872 eine Gruftkapelle des evangelischen Industriellen Peter Daniel Ritter von Rothermann aussen an die Kirchenfassade angebaut wurde.
Rothermann war Gründer der Zuckerfabrik Hirm und damit einer der wenigen Exponenten einer bürgerlichen Gentry im westpannonischen Raum, zwischen unendlich reichem Hochadel und unendlich armen, quasi- leibeigenen Bauern und Taglöhnern.
Als Autor dieser Kapelle wird niemand geringerer als Theophil Hansen angenommen. Es handelt sich um einen kubischen Baukörper im Stil der italienischen Renaissance, mit reichem historistischen Dekor, darüber eine Kuppel. Die beeindruckende Ausstattung ist von Ludwig Gloss verantwortlich, der etwa am Wiener Rathaus tätig war.


