Fischbach: die barocken Blöcke

31. Dezember 2010

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Der höchste Ort des Jogllandes liegt auf genau 1000 Meter Seehöhe. Nach altem, alpinen Brauch ist über tausend Meter Höhe jeder mit jedem per Du.  Das kleine Ortszentrum besteht aus einer überraschend großen und gut gepflegten Ansammlung von spätbarocken Blockbauten, deren Form ganz sicher schon im Mittelalter so da war. Durch den Holzbau ist es leicht möglich, einzelne Teile immer wieder zu erneuern, die ganze Form bleibt dadurch erhalten. Diese seltene Geschlossenheit von Form und Material zeichnet das ganze Joglland aus und ist lebendiges Kulturgut, auch im Neubaubereich. Es sind Ring - und Haufenhöfe, die Wirtschaftsgebäude stehen also unregelmäßig beisammen . Die Wohnhäuser sind aus Holzblöcken errichtet, wobei die Bauten auf Bruchsteinsockeln (heute Betonsockeln) ruhen. Die Wirtschaftsgebäude sind ebenfalls Blockbauten – einzig die Ställe wurden vielfach in Massivbau und Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. Die Dächer waren (und sind teilweise noch) mit Stroh oder Holzschindeln gedeckt.

Ganz wunderbar, sicher eine der schönsten Gegenden, die ich je gesehen habe.

Nur die Farbe schert heute aus: wahnsinnig grelle und widersinnige, abartige Industriefarben werden leider überall und allerorts über diese wunderbaren Häuser geschmiert, eine wahre Krebsseuche und ein optischer Fluch, der auf der ansonsten so unglaublich schönen und richtigen Gegend lastet. Möge die Industrie, die solchen optischen Unrat herstellt und mögen diejenigen Instanzen, die solchen Farbterror zulassen, für immer in der Farbhölle schmoren. Mögen die fehlgeleiteten Hausbesitzer möglichst schnell von ihrem offensichtlichen Augenleiden erlöst sein. Möge die Sonne die bösen, bösen Farben ausbleichen, auf ein erträglich Maß.