17. April 2013


Zwei Wohnbauten in Wien- Margarethen, beide aus einer Zeit, als ein heftiger Diskurs durch die Welt der Architektur tobte. Dieser Diskurs nannte sich Postmoderne. Er wurde in Frankreich erdacht, in Amerika entdeckt und in Mitteleuropa (Italien, Deutschland, Österreich, Schweiz) in Architekturen umgesetzt. Dann verschwand er wieder: was blieb, sind die Architekturen, die jetzt - ein bisschen in die Jahre gekommen - allen möglichen Prüfungen zur Verfügung stehen, wenn sie denn jemand prüfen würde. Der untere Bau ist jedenfalls eindeutig von Peter Eisenman beeinflusst, der obere steht in einer Diskursleitlinie, die vielleicht eher zu Aldo Rossi und zur analogen Stadt führen würde. Architekt des oberen Baus aus dem Jahr 1984 war Günther Lautner.
Sein Text zum Entwurf folgt hier:
der entwurf für die eck-baulücke im dicht bebauten 5. bezirk zielte auf eine verbesserung der stadträumlichen qualität. wesentlich erschien uns, den götterbaum an der baulinie zu erhalten und im kreuzungsbereich die bebauung zurückzunehmen. um den durch den neubau entstehenden druck auf das gewachsene quartier zu reduzieren, wurde auf ein vollgeschoß und ein ausgebautes dachgeschoß - also die bauklassenmäßige ausnutzung - verzichtet. die dynamik der geschwungenen fassade wird durch ein weit herausragendes , lichtdurchlässiges “schwebendes” gesims unterstrichen. die zweigeschoßige bewachsene pergola und der loggienturm sind dem baukörper vorgeblendet. diese netzartigen elemente definieren die baulinie und schließen in der perspektive den straßenraum, geben aber beim vorbeibewegen durch ihre transparenz den blick auf den gekurvten baukörper frei. im gartenhof befindet sich die tiefgarage, die bis zu 1,5 m mit erdreich übderdeckt und mit obstbäumen bepflanzt ist.
http://www.lautner.cc/projekte/victorchrist-infos.html
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7. April 2013


Güns ist zweifelsohne eine der schönsten Städte, die ich kenne. Man muss weit fahren - bis nach Siebenbürgen - um ein ähnlich dichtes und gut erhaltenes Stadtensemble zu finden. Warum sich allerdings in einem der Stadthäuser ein rautenförmiges Loch aus der Renaissance mitten in der Fassade befindet, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wer noch nie dort war: u n b e d i n g t einmal hinfahren. Unbedingt!
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30. Oktober 2012
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20. September 2012


Das Lusthaus ist alt, sehr alt, obwohl es erst 1949 gebaut wurde. Allerdings wieder - auf - gebaut. Mehr demnächst.
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18. August 2012

Kari Jormakka meinte einmal, es sei immer eine gute Idee, bei einem Bauwerk die Fenster wegzulassen. Dies wurde hier, im sechsten Bezirk ziemlich konsequent beherzigt, aber dann wurde es dem Autor doch etwas zu viel, und er tat als ob.
Bei dieser Gelegenheit kann ich vielleicht mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufräumen:ein Fenster ist ein Loch in der Wand, die beweglichen Teile darin sind die Fensterverschlüsse. Dies ist allerdings eine echte Spitzfindigkeit, so etwas muss man nicht wissen, ich entschuldige mich daher dafür, es geschrieben zu haben.
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6. August 2012
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16. Juli 2012

In einem Vorgarten in St. Georgen steht dieses luftige und ziemlich transparente Sommerhaus aus Holz, das sicher auch in Groß eine gute Figur machen würde.
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11. Mai 2012

Kulinarisches Detail an der Augustinerkirche. Zum anbeissen schön. Sollte es in weißer Schokolade geben.
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17. April 2012



Hof, ein fundleerer Ort. Denkt man. Tatsächlich steht abseits der Wege allhier ein riesiges Tor aus Paletten, offensichtlich dem sogenannten Heidentor in Carnuntum nachempfunden. Von diesem Objekt kann man einiges über Architektur lernen:
Man kann bauen, womit immer man möchte.
Paletten sind biegsam.
Wenn man eine Ruine nachbaut - also dass, was die Zeitläufte, Wind & Wetter von der Ursprungsidee übrig gelassen haben, ist man an der Essenz der Statik angelangt.
Der urspüngliche Quadrifons ist auch hier - wieder ein mal - gründlich missverstanden worden.
Auch ungefähre Proportionen sind Proportionen.
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11. März 2012



Schon wieder ein Museumsdorf. Bei all dem, was im Detail für den Puristen bei so etwas falsch gemacht werden kann, ist es doch immer aufs Neue ein Spiegel, der uns vorhält, wie weit wir uns in vielen Querschnittqualitäten von der Baukunst früherer Zeiten entfernt haben.
Zentral steht in Krumbach das alte Bürgerspital, das seit dem Jahr 1571 bestand und bis in das Jahr 1910 in Betrieb war, eine Meisterleistung in Nachhaltigkeit! Es wurde von Erasmus von Puchheim für je sechs - burgbedienstete Männer und Frauen über einem kreuzförmigen Grundriss gestiftet. Die kleine Kapelle wird übrigens heute noch benützt.
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