St. Margarethen: Die Fasanerie

1. April 2014

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Ehemaliges Esterhazy Forsthaus oder Fasanerie. Im 18. und 19. Jahrhundert ein mit schönen Vögeln bevölkertes Ausflugsziel des Adels, heute wunderbarer Wohnsitz eines Künstlers. In der Ruhe liegt die Kraft.

Mörbisch: Die sechste Ordnung

1. April 2014

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Seit der Antike und bis zum Beginn der Moderne waren die fünf klassischen Säulenordnungen das wichtigste Gliederungssystem der Architektur. Der Begriff Ordnung bezeichnet baugeschichtlich immer ein System vertikaler Bauelemente mit Basis und Kapitell. Das Wissen um diese Ordnungen und ihre Anwedungen in den Traditionen der Disziplin, das war Architektur.

Bisher waren fünf solcher Ordnungen bekannt, nämlich die dorische, die ionische, die  korinthische, die toskanische und die komposite Ordnung. Seit heute kennen wir allerdings eine weitere Ordnung: die mörbischer Ordnung.


Mörbisch: Die Hausverzerrung

1. April 2014

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Typologisch interessant: Offensichtlich eine gewerbliche Nutzung, das Tor noch riesig, landwirtschaftlich, aber der Giebel des dazugehörigen Hauses seltsam gedrückt und gequetscht.

Mörbisch: Hauserneuerungen

1. April 2014

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Interessante Erneuerung. Irgendwie ist die Tradition der Streckhäuser noch gewahrt, aber die amerikanisierte Form des Giebels und der expressive Erker sprechen bereits die Sprache einer Midcentury - Modernität: Petty Coat, chromblitzende Strassenkreuzer und Hollywoodfilme.

Mörbisch: Die Baumwand

1. April 2014

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Nette Idee in einem Hof: Eine Ziegelbox und darin - in Reih und Glied - Bäume hart an die Wand gepflanzt.

Mörbisch: Das Hofgassenhaus

1. April 2014

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Das Hofgassenhaus ist die große Besonderheit von Mörbisch. Ein Rarissimum, aber kein unproblematisches. Historisch sind diese kleinen Hintersassenhäuschen wohl vor dem Hintergrund zu sehen, dass Mörbisch zumindest bis in das Jahr 1848 eine Weinbaukolonie der Stadt Ödenburg/ Sopron war. Taglöhner, arme Leute, landwirtschaftliche Hilfsarbeiter wurden aus der Stadt hinausgebracht und in diese Hofzeilen hineingepfercht, vielleicht auch nur in den Sommermonaten, wenn der Weingarten zu bestellen war. Die Streitigkeiten und Probleme in diesen engen Nachbarschaften - wohl nur vergleichbar mit den frühindstriellen Reihenhaus-Slums in England und Irland - kann man sich wohl vorstellen.

Was allerdings kaum vorstellbar ist, ist die Tatsache wie lieblos mit den wenigen, noch authentischen Hofzeilenhäuschen umgegangen wird. Diese Häuschen sind soooo leicht zu reparieren - ein paar Kübel Kalk, ein bisschen Ölfarbe, Hammer, Nägel, ein Kanonenöfchen - und sie sind ohne weiteres für die Sommermonate gut zu gebrauchen. Warum man aber den unglaublichen Aufwand betreibt, das Dach mit den alten Wiener Taschen vollständig mit einem Netz zu überspannen, bevor man das bisschen Dach halt einfach neu eindeckt, verstehe ich nicht.

Könnte man so ein Haus mitten in einer Vorarlberger Tourismusgemeinde sehen? Wohl kaum ….

Schon ein bisschen traurig, das Ganze, obwohl man sich freut, diese letzten noch bestehenden Schönheiten überhaupt noch sehen zu können. Wird wohl bald weg sein, diese ländliche Schönheit ….

Schade.

Mörbisch: Des Sohnes Arbeit

1. April 2014

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Eine Tafel über dem Werk erzählt uns, was Sache ist: Mathias Kummer, ein Sohn des Ortes, Gründer des Osliper Betonwerkes habe nach seiner Pensionierung die seeseitige Ansicht der Mörbischer Hauptstrasse aus den Zwanziger Jahren rekonstruiert und im Modell nachgebaut.  Es ist zu hoffen - so der Nachsatz der Tafel (- wie eine Stimme aus dem off -) , dass dieses großartige Werk und sein Schöpfer die Würdigung finden, die sie verdienen würden.

Würdigung findet beides auf jeden Fall. Die liebevoll gestalteten, akribischen Modelle sind zwar etwas seltsam in ihren Plexiglaskästen aufgestellt,aber das könnte man ja ändern. Was man leider nicht mehr ändern kann - und damit ist die Würdigung dieser Arbeit eine doppelte  - ist der Realverlust dieser Häuser. Wir sind heute mittags mit dem Dehio (Ausgabe 2011!!) in der Hand die Mörbischer Hauptstrasse hinunterspaziert. Von den darin beschriebenen, wertvollen, schützenswerten Häusern von Mörbisch, die in Wirklichkeit wohl 1976 aufgenommen und bei der Neuauflage 2011 einfach nicht mehr nachrecherchiert worden sind - gab es leider nur mehr EIN EINZIGES!! Alles andere: Neubauten.

Unfassbar.

Welcher biblische Hass auf die schützenswerten Mörbischer Häuschen hat hier gewütet? Was ist geschehen, zwischen 1976 und heute? Ist die akribische Arbeit des Pensionisten und ehemaligen Betonwerkbesitzers vor dieser bitteren Tatsache vielleicht sogar als Sühnewerk zu verstehen?

Mörbisch: Die neue Qualität

1. April 2014

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Das sind sie, die kleinen, privaten, engagierten Initiativen, die in der Wüste unserer gebauten Belanglosigkeiten aufatmen und Hoffnung schöpfen lassen.  Was ist geschehen? Es gab ein kleines Streckhäuschen, es gab ein kleines, lange schon nicht mehr funktionstüchtiges Lädchen, es gab einen Platz.

Vor allem aber gab es zwei Menschen, welche diese an und für sich banale Ingredienzen nahmen, ein bisschen liebevoll behandelten und mit neuem Leben erfüllten. Es ist ja nicht so kompliziert. Vor allem aber auf die Hauptzutat kommt es an: Hirn und Herz, man könnte in dem Fall auch sagen: casa peiso und greisslerei dio.

Das hatten - und haben - beide im Übermass: wir sollten ihnen danken, denn genau das ist Kultur. Danke K., danke S.

webtipp: http://www.casapeiso.at/

Rust: Das gekonnte Weiterbauen

1. April 2014

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Nicht nur, dass im Hof der Ruster Weinakademie der übergebliebene Traum eines 15- jährigen aus den Siebziger Jahren stand (Zündapp! Monza!! british racing green!!!), nein, es ist auch immer wieder schön zu sehen, wie ein einfacher Kunstgriff die Moderne mit dem mittelalterlichen Bauen versöhnen kann: Simple, vertikale Holzlatten vor den großen Fensteröffnungen und die Sache ist gegessen.

Tja: wenn man die, die es können, nur machen ließe! Leider bauen heute Fleischhauer Häuser und die Industrie macht das Fleisch. So siehts dann auch aus, und so schmeckt es auch.

Wien: Das Frühwerk des Meisters

27. März 2014

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Das ist das sogenannte Hosenträgerhaus, ein Frühwerk Otto Wagners aus dem Jahr 1887/88 in der Universitätsstrasse. Ursprünglich war im Parterre ein grosses Kaffeehaus, jede Etage hatte zwei grossbürgerliche Wohnungen mit je ca. 300m² Wohnfläche. Die sechs markanten Lisenen auf der Fassade sind übrigens die Hosenträger. Die vertikale Anordnung erinnert ein bisschen an die ersten amerikanischen Hochhäuser.