Eisenstadt: der kalte Hof

7. Februar 2012

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Kälte. Schneeverwehungen. Eis. Schnee. Träumende Dinge. Es war wohl genau so ein Wetter, als der göttliche Heine einem Fichtenbaum eine Buhlschaft suggerierte:

 

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Heiligenkreuz: die Stiftswelt

6. Februar 2012

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Das Stift im tiefen Wienerwald besteht ohne Unterbrechung seit seiner Gründung im Jahr 1133, als ein gewisser Gottschalk (sic!) als erster Abt vom Mutterkloster Morimond in Burgund hierher an die Schwechat geschickt wurde. Es ist somit das weltweit zweitälteste, durchgehend seit der Gründung bestehende Zisterzienserkloster.

Alles Schöne in dieser kleinen, feinen, fast perfekten Welt, an der die Jahrhunderte gebaut haben, strömt im Langhaus der romanischen Basilika vom Ende des 12. Jahrhunderts zusammen. Eine perfekte, schöne, eiskalte Welt. Jedoch:

Schönheit bei niedrigen Temperaturen ist Schönheit.

Mayerling: der Abstieg in die Regionalliga

6. Februar 2012

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Sieben Tage und hundertdreiundzwanzig Jahre zuvor aber geschah hier - in ähnlicher Eisigkeit - Folgendes:

„Im grünen Wald von Mayerling

Ein schöner Traum zu Ende ging.

Zwei Herzen liebten sich so sehr

Und schlugen plötzlich nimmermehr…”

Ebreichsdorf: der stille Wasserfall

6. Februar 2012

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Von Friedrich Wilhelm Schelling stammt die Definition von Architektur als gefrorenem Licht.  Dass auch Wasser, jenes bewegte, unruhige Medium für ein paar Stunden zur Architektur werden kann, beweist der kalte Atem dieses Demiurgen, und es war nicht Schelling….

Wien: die runden Fenster

3. Februar 2012

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Sprechende Architektur: in die Erdgeschoßzone dieses Zinshauses im 7. Bezirk  wurden lustige Fenster eingesetzt. Ist es nur ein Zufall, dass sich hinter diesen Fenstern offensichtlich die Räumlichkeiten des grünen Kreises befinden? Und warum sind die Fenster braunorange?

Wien: die bunten Balkone

3. Februar 2012

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Schöne, kontextuelle Idee: Der Banalität einer hellen, geputzten Lochfassade wird mit den eingefärbten Gläsern  etwas Heutigkeit aufgesetzt. Und die Farbe ist gut dosiert, wie ich finde.

Wien: das goldene Cafe

25. Januar 2012

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Jetzt nur nicht sentimental werden: Nach dem guten, alten, jetzt wahrscheinlich leider nicht mehr existierenden Cafe Wenninger war das Cafe Goldegg die zweite Stütze meiner cafehausseeligen Jugend. Nach dem schmählichen Ende des Wenninger eilte ich also sorgenvollen Schrittes in die Goldegggasse im vierten Bezirk, und siehe da: alles ist noch da, wie immer.  Uff……Entspannung ist angesagt, was angesichts der ultrahübschen, aber extrem unbequemen Sitze dort gar nicht so leicht ist. Aber wie unwichtig ist das bitte?

Fazit: nach dem Wenninger sicher das schönste Cafe, das ich kenne. Ausser natürlich den wunderschönen, wirklich geheimsten Geheimcafehäusern, die ich aber besser nicht verrate. Oder?

:-)

Fuschl:das gläserne Labyrinth

3. Januar 2012

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Etwas abseits vom See, in einer Senke, befindet sich das Hauptquartier von Red Bull. Vieles an diesem Objekt und an dieser Firma ist geheimnisumwittert: So stammt das Design für dieses headquarter, worin fast ausschliesslich Marketing betrieben wird,  nicht von einem Architekten, sondern von einem Bildhauer, Prof. Jos Pirkner.

Der Hauptsitz von Red Bull in Fuschl sollte eben keine konventionelle, zurückhaltend-neutrale Corporate Architecture , sondern etwas  Außergewöhnliches sein, etwas, was Energie sichtbar machen kann.

Der mastermind von Red Bull, Dietrich Mateschitz ist ebenfalls geheimnisumwoben, und er liebt geheimnisvolle Symbole wie Pyramiden und Labyrinthe. Deshalb liegt der Entwurfsidee seiner Zentrale auch ein Labyrinth zugrunde, eines der ältesten Symbole der Menschheit, das einen Weg darstellt, der zur Mitte führt. Die pyramidenförmigen Gebäude in Fuschl wiederum bündeln Energie, wie Licht von einem Prisma. Dadurch entstehen, so die Erfinder,  Energiewellen, die das Raumklima verbessern.

Die Red Bull Konzernzentrale in Fuschl arbeitet mit diesen Themen jedoch nicht nur im Großen und Ganzen, sondern auch im Detail. Die kegelförmige Dachverkleidung der Pyramiden etwa, die aus Basalt bestehen, wurden Stück für Stück mittels waterjet Technik konzentrisch kreisförmig zugeschnitten. Aber nicht nur dort ist es so: sämtliche Wandverkleidungen und Bodenbeläge auf dem gesamten Red Bull Gelände haben ausschließlich trapez- oder kreisförmige Fugen.

Mit der nötigen Kriegskassa im Hintergrund ist eben alles möglich.

Salzburg: die dichte Gasse

3. Januar 2012

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Getreidegasse, an irgendeinem Tag des Jahres: es gilt das hermeneutische Gesetz: so wie oben, so auch unten. Die Dichte der schmiedeeisernen Ladenschilder in der Luft entspricht der Dichte der Menschen am Boden.

Fuschl: das Luxusschloss

3. Januar 2012

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Jeder kennt Schloss Fuschl, denn dort lebte im Film Sisi. Der Fuschlsee war damals, im Jahr 1955, der Starnberger See, und das Schloss spielte Possenhofen glaubwürdigst.  Romy Schneider wohnte während der Dreharbeiten im Schloss, und eine Sisi-Suite gibt es dort noch heute.

Dieses Schloss gibt es schon seit dem Jahr 1461, als ein Salzburger Fürsterzbischof den Turm am See baute - hinwuchtete - , um damit aller Welt seine Jagd- und Fischrechte kund zu tun. Als Salzburg im Jahr 1816 österreichisch wird, kassiert der Ärar das kirchliche Anwesen. In der Gründerzeit wird es dann verkauft. Die Besitzer wechseln, die mit dem Schloss verbundenen Fischereirechte sind weitaus wichtiger als das weitgehend leere Gebäude.

Im Jahr 1929 übernimmt dann ein finanzkräftiger Eigentümer das Schloss, jemand aus dem Thyssen-Clan. Es folgen endlich Renovierungen, Ausbauten, Möblierungen und die Anlage des Parks. Nach dem Anschluss wird der Eigentümer jedoch verhaftet und kommt nach Dachau, wo er stirbt. Danach übernimmt der deutsche Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop Schloss Fuschl als privaten Sommerwohnsitz. Was dabei besonders delikat und brutal ist: der Eigentümer, Gustav von Remiz war ein Freund von Ribbentrops Schwager Henkell. Diese Freundschaft war wohl wenig wert und kostete das Leben. Die wertvollen Gemälde und Möbeln von Schloss Fuschl sind seit dem Kriegsende übrigens auch verschwunden.

Nach dem Krieg wird in Fuschl ein Schlosshotel errichtet, in den sechziger Jahren erlangt das Hotel Weltruhm. Es wird zum bevorzugten Aufenthaltsorts des Jet Sets. Seit 2004 ist es neuerlich ein Luxusresort in der Luxury Collection der Sheraton Hotels.

Im Schloss befinden sich übrigens heute wieder Gemälde: die wunderbare Schloss Fuschl Collection, eine Sammlung von über hundertfünzig Altmeistern, die der Münchner Bernheimer Dynastie gehören.